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Diplomarbeit - Einleitung: CSCL

Einleitung

„Ich hörte etwas und vergaß es, ich sah etwas und erinnerte mich, ich tat etwas und begriff es.“

Mit diesem scheinbar schlichten Sprichwort faßt der chinesische Volksmund jahrhundertelange Forschungen von Pädagogen und Psychologen zusammen: Wie kann der Lernprozeß so effektiv wie möglich gestaltet werden? Die Antwort lautet: Durch größtmögliche Anschaulichkeit. Der Pädagoge Johann Amos Comenius formulierte es vor rund 300 Jahren in seiner „Großen Didaktik“ so:

„Alles soll wo immer möglich den Sinnen vorgeführt werden; was sichtbar dem Gesicht, was hörbar dem Gehör, was riechbar dem Geruch, was schmeckbar dem Geschmack, was fühlbar dem Tastsinn. Und wenn etwas durch verschiedene Sinne aufgenommen werden kann, so soll es den verschiedenen zugleich vorgesetzt werden.“ 1

Das Motto wurde von der Autorin bewußt und provozierend gewählt, denn in der vorliegenden Arbeit soll dargestellt werden, welchen Nutzen moderne Computertechnologien für die Erfüllung der Forderungen Comenius’ darstellen. Dabei unterscheidet sich die heutige Situation bereits maßgeblich von der „Computereuphorie“ in der Bildungswelt der 70er Jahre, die sich die geforderte „Anschaulichkeit“ schon einmal auf die Fahnen geschrieben hatte. Erst seit wenigen Jahren ermöglichen hochentwickelte, teilweise sogar ausgereifte Technologien die sinnvolle Integration von Computern in die Unterrichtsumgebung.


Die Arbeit gibt einen Überblick über computerunterstützte Lernformen und schenkt dabei dem Konzept des Computer Supported Cooperative Learning (CSCL) besondere Aufmerksamkeit. Der theoretische Teil der Arbeit behandelt den bisherigen Einsatz von Lernsoftware und wird durch eine Projektteil ergänzt, der Ergebnisse, Erfahrungen und Probleme ausgewählter, aktueller Lernprojekte erläutert. Die Autorin konzentrierte sich dabei auf die Sicht der Lernenden2; die Perspektive der Lehrenden kann natürlich nicht vollständig vernachlässigt werden; sie sollte aber sinnvollerweise in einer pädagogisch-didaktisch orientierten Arbeit eingehender untersucht werden.


Das erste Kapitel erläutert Herkunft und Hintergründe des Konzepts CSCL auf Basis einer Definition. Weiterhin werden verschiedene Lernformen unter dem Aspekt des CSCL dargestellt; Vorzüge und Nachteile menschlicher und maschineller Tutoren und daraus resultierende mögliche Anwendungen werden ebenso diskutiert wie die Bedeutung des Computers als unterstützender und verbindender Aspekt. Kapitel 3 stellt ausgewählte Projekte vor, in denen CSCL auf der Grundlage modernster Technologie realisiert wird, und erläutert Durchführung, Ergebnisse und Probleme. Den Abschluß dieser Arbeit bildet Kapitel 4 mit einer Schlußbetrachtung.


Anmerkungen:

  • Alle gekennzeichneten („*“) Worte und Abkürzungen sind in einem Glossar (Anhang) zusammengefaßt.
  • Waren- und Firmennamen in dieser Arbeit werden ohne Gewährleistung der freien Verwendbarkeit benutzt.
  • Der Informationsmarkt befindet sich in einer intensiven Weiterentwicklung. Deshalb ist zu erwarten, daß nicht alle in der Arbeit aufgeführten Daten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dem neuesten Stand entsprechen. Änderungen nach dem 01. Januar 1996 konnten teilweise nicht mehr berücksichtigt werden.

 

Fußnoten:

    1   Flitner, A.: Johann Amos Comenius: Große Didaktik. Hrsg./Übers. 8., überarb. Aufl. Stuttgart 1993. S. 136.

    2   Die Begriff „Lernende/r“ wurde gewählt, um eine möglichst allgemeine Bezeichnung, unabhängig von Schulabschluß und Geschlecht, für die in einem Lernprozeß integrierten bzw. an einem Lernprozeß teilhabenden Personen zu finden.

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